Nach dem großen Erfolg beim Regionalwettbewerb „Jugend Forscht“ hat sich das Wissenschaftsteam der Jahrgangsstufen zehn und elf des Phorms Gymnasiums Taunus jetzt dem Landesentscheid des renommierten Wettbewerbs gestellt. Während der zweitägigen Veranstaltung in den Räumen des Wissenschafts- und Technologiekonzerns Merck in Darmstadt präsentierten die Schülerinnen und Schüler weitere Ergebnisse ihres Projektes „Findet Migration von BPA (Bisphenol A) aus Lebensmittelpackungen statt und welche Bedingungen verstärken diesen Effekt?“ , mit dem sie beim Regionalwettbewerb den ersten Platz belegt hatten. Auf Landesebene wurde das Team dafür mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.
Bisphenol A (BPA) ist eine synthetische Verbindung, die benutzt wird, um mehrere Arten von Kunststoff herzustellen. Es befindet sich in Polycarbonat, Konservendosen und thermischen Kassenzetteln.
Dieses Molekül wurde häufig in Urinproben von Menschen gefunden. Es wird vermutet, dass BPA einer der Gründe ist, dass die Fruchtbarkeit der Männer und Frauen sich in den letzten Jahren verminderte. Es gilt als Endokrin Disruptor und hat eine ähnliche Struktur wie Östrogen.
Das Ziel des Projektes ist es die Migration von BPA aus Lebensmittelverpackungen nachzuweisen. Dazu haben wir die Plastikartikel und Dosen mit unterschiedlichen Flüssigkeiten befüllt, um verschiedene Lebensmittel zu repräsentieren. Wir haben die Behälter verschiedenen Lagerbedingungen ausgesetzt, beispielsweise unberührt, gekühlt oder erhitzt. Um die Anwesenheit von BPA nachzuweisen, haben wir ein BPA ELISA Kit benutzt, welches ein Enzym enthält, das sich mit BPA verbindet und danach eingefärbt werden kann. Mit Hilfe eines Mikrotiterplattenlesers haben wir die Farbabsorption bei 450 nm gemessen, um die BPA-Konzentrationen festzustellen. Mit jenem Test wurde unsere Hypothese bestätigt: Der Konsum von Lebensmitteln, die in Plastik aufbewahrt wurden, führt zu der Einnahme von BPA. Behälter, die über einen längeren Zeitraum oder bei erhöhter Temperatur gelagert wurden, wiesen eine höhere BPA-Konzentration auf. Ein weiterer wichtiger Faktor für die Migration ist der Inhalt der Dose (Wasser, Öl oder auch Alkohol).